Deutsch-dänische Kontakt- und Durchmischungszone

Das Land zwischen Schlei und Eider war bis in die Völkerwanderungszeit hinein noch dicht besiedelt. Im 5. und 6. Jahrhundert verließen jedoch die Angeln und Sachsen die cimbrische Halbinsel und zogen nach England. Die Besiedlung dünnte demzufolge stark aus. Es dauerte mehrere Jahrhunderte bis durch die Neueinwanderung jütischer Siedler aus dem Norden und holsteinischer Sachsen aus dem Süden die Siedlungslücke wieder vollständig geschlossen war.

Die Neubesiedlung erfolgte im 8./9. Jahrhundert zunächst von Norden her durch die Jüten und wird bis heute durch die dänischen Ortsnamen mit den Endungen -by, -mark und -torp bzw. -torf angezeigt. Jütische Gründungen in der historischen Landschaft Hütten sind z. B. die Dörfer Götheby, Güby, Haby und Osterby.

Die niederdeutsche Besiedlung durch die Holsten setzte im 12. Jahrhundert ein. Als erste Ansiedlung von Holsten nördlich der Eider wird Bünsdorf am Wittensee erwähnt, dessen Gründung in die Zeit Graf Adolfs II. (1130-1164) zurückzuverfolgen ist. Die holsteinische Landnahme wurde von den dänischen Königen, denen das Land gehörte, nicht nur geduldet, sondern auch gefördert. Ortsnamen niederdeutscher Herkunft findet man im südlichen Teil des Amtes Hütten und in der Nachbarlandschaft Dänischer Wohld. Im Amt Hütten enden sie meist auf -dorf, so z. B. Brekendorf, Ramsdorf und Damendorf.

Quelle: Unverhau 1990

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