Dorfformen und historische Bauernhäuser
Im Mittelalter war das sogenannte Fortadorf, ein Platzdorf, die typische Siedlungsform in der historischen Landschaft Hütten. Im Siedlungsbild mancher Dörfer lassen sich heute noch Anzeichen für diese Dorfform erkennen, so z. B. in Ascheffel und in Damendorf. Ab 1241 galt im ganzen unter dänischer Herrschaft stehenden Landesteil Schleswig das sogenannte “Jyske Lov”, das Jütische Recht. Dieses Gesetzeswerk des dänischen Königs Waldemar II. schrieb das Fortadorf als Siedlungsform vor. Die Forta ist ein zentraler, rechteckig geformter Platz, um den die Hofstellen in einem geschlossenen Ring gruppert werden mussten. Die Häuser mussten von allen Seiten von einem Zaun umgeben sein. Es gab vier Zugänge zur Forta, einen in jede Himmelsrichtung. Die Ausgänge wurden abends verriegelt, nachdem das Vieh hineingetrieben worden war. Der zentrale Platz wurde so über Nacht als geschützte Weide für das Vieh genutzt. Die Bauern wohnten zusammen auf ihren Höfen um die Forta und arbeiteten auch zusammen auf den Feldern. Die Felder befanden sich zu dieser Zeit noch im gemeinsamen Besitz aller Dorfgenossen und wurden gemeinschaftlich bewirtschaftet (Feldgemeinschaft).
In Ascheffel befindet sich die ehemalige Forta im heutigen Oberdorf (Straßenkreuzung um den Kaiser-Wilhelm-Gedächtnisstein). Sie ist zwar teilweise überbaut, lässt sich aber sowohl im Kartenbild als auch vor Ort noch erkennen. Die vier Straßen, die von dieser platzähnlichen Erweiterung abgehen, stimmen ungefähr mit den vier Dorfzugängen zur Forta überein. Die Forta in Damendorf weist nicht die normalerweise übliche rechteckige Form auf, sondern ist dreieckig gestaltet. Dementsprechend besaß das Dorf auch nur drei anstelle von vier Ausgängen. Um Damendorf gab es große Wälder, in denen viele Wölfe hausten. Vielleicht war es dehalb von Vorteil abends nur drei Ausgänge verriegeln zu müssen.
Heute sind die Dörfer im Östlichen Hügelland jedoch im Allgemeinen sogenannte Haufendörfer mit einem ungeregelten Grundriss.
Bei den ältesten, unter Denkmalschutz stehenden Bauernhäusern im Kreis Rendsburg-Eckernförde handelt es sich um Niederdeutsche Fachhallenhäuser altholsteinischer Bauart das sind Häuser, in denen sich Wohn- und Wirtschaftsräume unter einem Dach befanden (mehr dazu → Spuren der Geschichte).
Quellen: Fortadörfer Ascheffel und Damendorf: Bonsen 1967, Mager 1930, Petersen 1988 und mündliche Auskunft, Kröger mündl. Auskunft; Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein