Landschaftsgeschichte
Isarnho, der undurchdringliche "Eisenwald"

Die Siedler, die nach der Völkerwanderungszeit das Land zwischen Schlei und Eider in Besitz nahmen, fanden eine in großen Teilen von dichten Wäldern bedeckte Landschaft vor. Der sogenannte Isarnho (dt.: Eisenwald) soll, nach alten Quellen zu schließen, im 11. und 12. Jahrhundert bis an die Schlei gereicht haben. Daher bestand die Siedlungstägigkeit erstmal darin, den Urwald zu roden und die so gewonnenen Flächen in harter Arbeit als Ackerland urbar zu machen. Diese Beziehung zwischen Mensch und Landschaft, die über lange Zeit bestimmend war, spiegelt sich heute noch in vielen Orts- und Flurnamen aus verschiedenen Epochen wider: Schoothorst (Horst = Gestrüpp, Gehölz), Brandenhorst (Hinweis auf Brandrodung), Osterbyholz, Wohldmaas (Wohld = Wald, Maas = Moor), Boklund (= Buchenhain) und Jürgensrade (Rade = Rodung).
Der Wald blieb im Östlichen Hügelland lange Zeit landschaftsprägend. Auf den sandigen nährstoffarmen Geestböden hatte sich dagegen nach dem Abholzen der natürlichen Waldvegetation, begünstigt durch Kulturtechniken wie das Plaggen* und die extensive Schafhaltung, die Heide ausgebreitet. In der historischen Landschaft Hütten werden die Dörfer im Hügelland Hummelfeld, Osterby, Groß und Klein Wittensee, Ahlefeld-Bistensee, Ascheffel, Damendorf, Hohn, Bünsdorf, Holzbunge und Bistensee wegen ihres ursprünglichen Waldreichtums daher auch als Holzdörfer und die Dörfer Brekendorf, Ramsdorf, Norby, Owschlag und Sorgwohld auf bzw. am Rand der Geest als Heidedörfer bezeichnet.
Quellen: Unverhau 1990, Klett 1991, Laur 1992
* Abtragen der humosen oberen Bodenschicht. Heute eine von verschiedenen Pflegemaßnahmen zur Heideerhaltung, die aufgrund des hohen Arbeitsaufwandes nur auf kleinen Flächen angewandt wird.